Risikoerklärung

Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille – bei Geldanlagen sind die beiden Seiten einfach definiert: es gibt Chancen und es gibt Risiken.

In diesem Bereich unserer Webseite wollen mein Team und ich Sie mit den Risiken von Geldanlagen konfrontieren, denn Risiken sind Bestandteil jeder Kapitalanlage. Dabei ist es für uns besonders wichtig, daß Sie als unser Kunde ein klares Verständnis für die Risiken von Anlageprodukten und Finanzdienstleistungen entwickeln.

Grundsätzlich bieten alle Geldanlagen Chancen auf markt-, branchen- und unternehmensbedingte Kurssteigerungen und natürlich bedeutet Risikostreuung auch eine Risikominimierung, doch denn noch können Investments nicht alle Risiken vollständig ausschliessen.

Der Wert Ihrer Anlagen bzw. die Kurse von Aktien, Investmentfonds oder Anleihen und Zinsen für Kredite unterliegen, genau wie die daraus fließenden Erträge, Schwankungen und einer Vielzahl von Wechselwirkungen. Daher kann es passieren, dass Sie den von Ihnen angelegten Betrag nicht in voller Höhe zurückerhalten. Im Extremfall besteht auch die Möglichkeit -je nach gewähltem Finanzinstrument- eines Totalverlustes Ihrer investierten Vermögenswerte bis hin zu einer Nachschusspflicht.

Für detailliertere Informationen möchten wir Sie bitten sich mit uns unter info@benjamin-parge.de oder unter 0421 5650605 – 0 in Verbindung zu setzen.

Grundlagen

Natürlich ist das Ziel unserer Zusammenarbeit mit Ihnen Ihnen dabei zu helfen, Ihre Kapitalanlage zu erhalten und zu vermehren. Dabei ist zu beachten, daß der wesentliche Unterschied zwischen Anlagen in Kapitalmärkten und klassischen Sparformen (Bundesschatzbriefe, Sparbüchern, Tagesgeld- oder Festgeldkonten u.ä.) ist das gezielte Eingehen von Risiken, um Renditechancen wahrzunehmen. Bei klassischen Sparformen ist hingegen der einbezahlte Betrag garantiert, jedoch der mögliche Gewinn aber auf die vereinbarte Zinszahlung begrenzt.

Für mein Team und mich ist es wichtig, dass bei einer Kapitalanlagestrategie und den entsprechenden Anlageinstrumenten Rendite, Sicherheit und Liquidität im Vordergrund steht.

„Rendite“ ist der Maßstab des wirtschaftlichen Erfolgs einer Kapitalanlage, der in Gewinnen oder Verlusten gemessen wird. Hierzu zählen unter anderem positive Kursentwicklungen und Ausschüttungen wie Dividenden oder Zinszahlungen.

„Sicherheit“ ist auf Erhaltung des angelegten Vermögens ausgerichtet. Die Sicherheit einer Kapitalanlage hängt von den Risiken ab, denen sie unterworfen ist.

„Liquidität“ beschreibt die Verfügbarkeit des angelegten Vermögens, d.h. in welchem Zeitraum und zu welchen Kosten das angelegte Vermögen veräußert werden kann.

Die Ziele Rendite, Sicherheit und Liquidität stehen in Wechselwirkung zueinander. Eine Anlage mit hoher Liquidität und hoher Sicherheit bietet in der Regel keine hohe Rentabilität. Eine Anlage mit hoher Rentabilität und verhältnismäßig hoher Sicherheit ist meist nicht liquide. Eine Anlage mit hoher Rentabilität und hoher Liquidität hat in der Regel eine geringe Sicherheit.

Ein Anleger muss diese Ziele nach seinen individuellen Präferenzen sowie finanziellen und persönlichen Umständen gegeneinander abwägen. Anleger sollten sich bei dieser Abwägung bewusst sein, dass eine Vermögensanlage, welche die Realisierung aller drei Ziele in Aussicht stellt, schwer und selten zu finden ist.

Risikodiversifikation

Für die Kapitalanlage ist es besonders wichtig, nicht nur die Risiken einzelner Anlagen oder Anlageklassen zu kennen und zu berücksichtigen, sondern auch das Zusammenspiel der verschiedenen Einzelrisiken im Portfoliokontext zu verstehen.

Unter Berücksichtigung der angestrebten Rendite sollte das Portfoliorisiko durch eine geeignete Kombination der Anlageinstrumente optimal reduziert werden. Dieses Prinzip, also die Reduktion des Anlegerrisikos durch eine angemessene Portfoliozusammensetzung, wird als Risikostreuung oder Diversifikation bezeichnet. Das Prinzip der Diversifikation folgt dem Grundsatz, nicht “alles auf eine Karte” zu setzen. Wer seine Kapitalanlage auf zu wenige Anlagen verteilt, setzt sich einem unnötig hohen Risiko aus. Durch geeignete Diversifikation lässt sich das Risiko eines Portfolios nicht nur auf den Durchschnitt der Einzelrisiken der Portfoliobestandteile, sondern meist auch darunter senken. Der Grad der Risikoreduktion hängt davon ab, wie unabhängig sich die Preise der Portfoliobestandteile voneinander entwickeln.

Die Korrelation drückt das Maß der Abhängigkeit der Preisentwicklung der einzelnen Portfoliobestandteile zueinander aus. Um das Gesamtrisiko des Portfolios zu senken, sollten Anleger ihre Mittel auf Anlagen verteilen, die eine möglichst geringe oder negative Korrelation zueinander aufweisen. Hierzu können unter anderem Investments über Regionen, Sektoren und Anlageklassen hinweg gestreut werden. So können Verluste einzelner Anlagen durch die Gewinne anderer Anlagen teilweise ausgeglichen werden.

Allgemeine Risiken

Neben speziellen Risiken einzelner Anlageklassen, Anlageinstrumente und Anlagedienstleistungen bestehen allgemeine Risiken bei Kapitalanlagen. Einige sind im Folgenden beschrieben.

Konjunkturrisiko: Die Entwicklung einer Volkswirtschaft verläuft typischerweise in Wellenbewegungen, deren Phasen in Aufschwung, Hochphase, Abschwung und Tiefphase unterteilt werden können. Dieser konjunkturelle Zyklus und die mit ihm oftmals verbundenen Eingriffe von Regierungen und Zentralbanken können mehrere Jahre oder Jahrzehnte andauern und einen bedeutenden Einfluss auf die Wertentwicklung verschiedener Anlageklassen haben. Konjunkturell ungünstige Phasen können somit eine Kapitalanlage langfristig in Mitleidenschaft ziehen.

Inflationsrisiko: Das Inflationsrisiko beschreibt die Gefahr, durch Geldentwertung einen Vermögensschaden zu erleiden. Liegt die Inflation, also der Preisanstieg für Waren und Dienstleistungen, über der nominalen Verzinsung einer Geldanlage, so ergibt sich dadurch ein Kaufkraftverlust in Höhe der Differenz. Man spricht in diesem Fall von negativen Realzinsen.

Länderrisiko: Ein ausländischer Staat kann Einfluss auf den Kapitalverkehr und die Transferfähigkeit seiner Währung nehmen. Ist ein in einem solchen Staat ansässiger Schuldner aus diesem Grund trotz eigener Zahlungsfähigkeit nicht in der Lage, eine Verpflichtung (fristgerecht) zu erfüllen, so spricht man von einem Länder- oder Transferrisiko. Ein Anleger kann hierdurch einen Vermögensschaden erleiden.

Währungsrisiko: Bei Anlagen in einer Fremdwährung hängt der erzielte Ertrag nicht ausschließlich vom nominalen Ertrag ab. Er wird auch durch die Entwicklung des Wechselkurses der Fremdwährung zur Heimatwährung beeinflusst. Ein Vermögensschaden kann entstehen, wenn die Fremdwährung, in der die Anlage getätigt wurde, gegenüber der Heimatwährung abwertet.

Liquiditätsrisiko: Anlagen, die gewöhnlich kurzfristig gekauft und verkauft werden können und deren An- und Verkaufskurse nah beieinander liegen, werden als liquide bezeichnet. Für diese Anlagen gibt es in der Regel eine ausreichende Anzahl an Käufern und Verkäufern, um einen kontinuierlichen und reibungslosen Handel zu gewährleisten. Bei illiquiden Anlagen oder auch in Marktphasen, in denen unzureichende Liquidität besteht, ist hingegen nicht gewährleistet, dass ein Verkauf einer Anlage kurzfristig und zu geringen Kursabschlägen möglich ist. Dies kann zu Vermögensverlusten führen, wenn zum Beispiel eine Anlage nur mit Kursverlusten veräußert werden kann.

Kostenrisiko: Kosten werden als Risikofaktor der Geldanlage oft vernachlässigt. Offene und versteckte Kosten sind für den Anlageerfolg jedoch von entscheidender Bedeutung. Für einen langfristigen Anlageerfolg ist es unabdingbar, mit großer Sorgfalt auf die Kosten einer Geldanlage zu achten. Kreditinstitute, andere Finanzdienstleister sowie Fondsanbieter erheben Managementgebühren, Provisionen und sonstige Kosten.

Steuerliche Risiken: Aus Kapitalanlagen erzielte Erträge sind für den Anleger in der Regel steuer- und/oder abgabenpflichtig. Veränderungen der steuerlichen Rahmenbedingungen für Kapitalerträge können zu einer Änderung der Steuer- und Abgabenlast führen. Bei Anlagen im Ausland kann es darüber hinaus zu einer Doppelbesteuerung kommen. Steuern und Abgaben mindern also die effektiv erzielbare Rendite des Anlegers. Darüber hinaus können sich steuerpolitische Entscheidungen positiv oder negativ auf die Kursentwicklung der Kapitalmärkte insgesamt auswirken.

Risiko von kreditfinanzierten Kapitalanlagen: Anleger können durch Kreditaufnahme oder Beleihung ihrer Wertpapiere zusätzliche Mittel für die Geldanlage erhalten, mit dem Ziel, den Anlagebetrag zu steigern. Dieses Vorgehen bewirkt eine Hebelwirkung des eingesetzten Kapitals und kann das Risiko deutlich erhöhen. Sinkt der Wert des Portfolios, können unter Umständen Nachschusspflichten der Beleihung oder Zins- und Tilgungsforderungen des Kredits nicht mehr bedient werden und der Anleger ist zur (Teil-)Veräußerung des Portfolios gezwungen. Von kreditfinanzierten Geldanlagen ist daher im Grundsatz abzuraten.

Risiko Psychologie der Marktteilnehmer: Steigende oder fallende Wertpapierpreise(-kurse) (z. B. von Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe usw.) hängen immer von der Einschätzung der Marktteilnehmer ab. Sie werden in ihrer Entscheidung zum Kauf oder Verkauf neben objektiven Faktoren auch von ggf. irrationalen Meinungen und massenpsychologischem Verhalten beeinflusst. Dadurch kann es etwa zu sich verstärkenden Wertpapierpreis(-kurs)bewegungen kommen, die wirtschaftlich nicht begründbar sind aber trotzdem zu stark positiven (Gewinnen) oder negativen (Verlusten) Anlageergebnissen führen.

Informationsrisiko: Das so genannte Informationsrisiko steht für die Möglichkeit von Fehlentscheidungen in Bezug auf die Vermögensanlage, die aufgrund fehlender, unvollständiger oder falscher Informationen getroffen werden.

Risiken von börsengehandelten Investmentfonds

​Risiko sinkender Anteilspreise(-kurse): Das Schwankungsrisiko eines Investmentfonds resultiert aus den Risiken, die den Wertpapieren/Vermögenswerten innewohnen, aus denen sich das jeweilige Investmentfondsvermögen zusammensetzt. Kursrückgänge der im Fonds enthaltenen Wertpapiere/Vermögenswerte spiegeln sich im sinkenden Anteilspreis des Fonds wieder.

Risikokonzentration: Je stärker ein Fonds spezialisiert ist, etwa auf bestimmte Wertpapiere, eine Anlageklasse, Region, Branche, Währung oder Risiko-Faktoren, desto stärker ausgeprägt ist das Ertrags- und Risikoprofil. Das bedeutet auf der einen Seite höhere Kurschancen, auf der anderen Seite geht damit ein höheres Verlustrisiko und eine höhere Volatilität einher.

Risiko Erfolgslosigkeit: Kein Investmentfonds kann eine Garantie/Zusicherung dafür geben, dass die mit seiner Auflage verbundenen Anlageziele, Anlagevorstellungen sowie Renditeerwartungen für dessen Anleger tatsächlich umgesetzt oder tatsächlich erreicht werden. Es besteht stets die Möglichkeit, dass die verfolgte Anlagestrategie eines Investmentfonds nicht zu den gewünschten, angestrebten Ergebnissen bzw. Resultaten führt.

Risiko Fondsmanagement: Bei Investmentfonds trifft der Anleger lediglich die Entscheidung bezüglich der Auswahl des Investmentfonds. Das eigentliche Fondsmanagement obliegt der Kapitalanlagegesellschaft und somit auch die Anlageentscheidungen. Damit besteht für den Anleger das Risiko Verluste aufgrund falscher Anlageentscheidungen des jeweiligen Fondsmanagements zu erleiden.

Risiko der eingeschränkten oder ausgesetzten Handelbarkeit: Bei Investitionen eines Investmentfonds in marktenge Wertpapiere, wie beispielsweise Wertpapiere mit relativ niedrigen durchschnittlichen Tagesumsätzen oder in Wertpapiere, für die es keinen (geregelten) Sekundärmarkt gibt, besteht das Risiko, den Kurs ungünstig zu beeinflussen oder das Wertpapier nicht zum gewünschten Zeitpunkt verkaufen (oder kaufen) zu können. Außerdem kann der Wert des Sondervermögens eines Investmentfonds durch konjunktur- und objektbedingte Schwankungen sowie durch übermäßigen Liquiditätsentzug vermindert werden. Die Kapitalanlagegesellschaft kann daher die Rücknahme der Anteile zeitweilig aussetzen, sofern außergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine Aussetzung unter Berücksichtigung der Interessen der Anleger erforderlich erscheinen lassen. Dadurch kann die Handelbarkeit des Investmentfonds (Anteile) vorübergehend eingeschränkt (ab wenigen Tagen und Wochen bis mehrere Jahre) sein. Im Falle einer notwendigen Neubewertung oder Auflösung des Investmentfonds besteht zudem die Gefahr von erheblichen Abschlägen auf den Rücknahmepreis bis hin zum Totalverlust des investierten Vermögens.

Risiko weltweit investierender Investmentfonds: Bei Investmentfonds, die auch in auf fremde Währung lautende Wertpapiere investieren bzw. in Fremdwährung geführt werden, muss berücksichtigt werden, dass sich neben der normalen Kursentwicklung auch die Währungsentwicklung negativ im Anteilspreis niederschlagen kann und Länderrisiken auftreten können, auch wenn die Wertpapiere, in die der Investmentfonds investiert, an einer deutschen Börse gehandelt werden. Durch die Aufwertung des Euro (Abwertung der Auslandswährung) verlieren die ausländischen Vermögenspositionen – am Maßstab des Euro betrachtet – an Wert. Zum Kursrisiko ausländischer Wertpapiere kommt damit das Währungsrisiko hinzu. Die Währungsentwicklung kann einen Gewinn aufzehren und die erzielte Rendite so stark beeinträchtigen, dass eine Anlage ausschließlich in Euro oder in Vermögenspositionen der Eurozone unter Umständen vorteilhafter gewesen wäre.

Kostenrisiko: Bei der Anlage in Fondsanteile können Ausgabeaufschläge und interne Verwaltungs- und Managementkosten anfallen. Dabei ist zu bedenken: Die Höhe von Ausgabeaufschlag und Verwaltungs- und Managementkosten kann variieren. Über eine längere Haltedauer summieren sich laufende Verwaltungs- und Managementkosten auf und mindern das Anlagegesamtergebnis. Bei einer nur kurzen Haltedauer kann zudem der Erwerb eines Investmentfonds mit Ausgabeaufschlag zu einem deutlich geringeren Anlageergebnis führen, als wenn dieser ohne Ausgabeaufschlag erworben worden wäre. Ausgabeaufschlag und Verwaltungskosten fallen bei direktem Erwerb der zugrundeliegenden Wertpapiere nicht oder nicht in gleicher Höhe an.

Wertpapierverleihrisiko: Es besteht die Möglichkeit, dass Investmentfonds Teile der investierten Wertpapiere an andere Marktteilnehmer verleihen, um über die Verleihgebühr die Rendite des Investmentfonds zu steigern. Es kann zu Verlusten für Anleger kommen, falls der Entleiher nicht in der Lage ist, die geliehenen Wertpapiere zurückzugeben und die gestellten Sicherheiten nicht ausreichen, um den möglichen Schaden zu decken.

Risiko Fehlinterpretation Performance-Statistik: Performance-Statistiken dienen dazu, den Managementerfolg von Investmentfonds zu vergleichen. Sie sind jedoch interpretationsbedürftig und nur bedingt geeignet, den Anlageerfolg für den Anleger wiederzugeben. So wird beispielsweise ein Ausgabeaufschlag oftmals nicht berücksichtigt. Für eine zukunftsbezogene Anlageentscheidung bieten vergangenheitsbezogene Performance-Angaben keine zuverlässige Hilfestellung.

Risiko der Übertragung oder Kündigung des Sondervermögens: Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Fonds-Sondervermögen auf ein anderes Fonds-Sondervermögen übertragen werden oder die Kapitalverwaltungsgesellschaft kann die Verwaltung kündigen. In diesem Fall ist die Fortsetzung zu schlechteren Konditionen möglich und es besteht das Risiko, dass dem Anleger Gewinne entgehen.

Risiko zu kurzer Haltedauer von Investmentanteilen: Die mit der Anlage in Investmentfonds verbundenen Ziele stellen sich in der Regel nicht kurzfristig ein, sondern nur mittel- bis langfristig und in Abhängigkeit der Entwicklung der internationalen Kapitalmärkte sowie der im Investmentvermögen enthaltenen Wertpapiere/Vermögenswerte. Eine vorzeitigere Rückgabe von Investmentanteilen als ursprünglich vorgesehen, kann zu Vermögensverlusten führen.

Risiko veränderter Informations- bzw, Sachlage gegenüber Investitionszeitpunkt: Eine allgemeine Änderung der Sach-, Markt- und Rechtslage können das Anlageergebnis sowie das Ertrags-Risiko-Profil eines Investmentfonds widererwarten nachhaltig und stark negativ beeinflussen. Eine Prognose hierüber sowie über die zukünftigen Erträge eines Investmentfonds ist grundsätzlich nicht möglich. Die aktuelle wie vergangene Wertentwicklung eines Investmentfonds lässt keine gesicherten Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zu.

Risiken offener Investmentfonds

Investmentfonds sind Vehikel zur gemeinschaftlichen Vermögensanlage nach den Regelungen des Kapitalanlagegesetzbuches. Hierbei ist zwischen offenen Investmentfonds, die einer unbegrenzten Anzahl von Anlegern offenstehen, und geschlossenen Investmentfonds, die einer begrenzten Anzahl von Anlegern offenstehen, zu unterscheiden. Eine Kapitalverwaltungsgesellschaft legt die Anlagestrategie eines offenen Investmentfonds fest und verwaltet das Fondsvermögen professionell. Das Fondsvermögen ist hierbei als Sondervermögen aus Gründen des Anlegerschutzes strikt von dem Vermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft zu trennen. Aus diesem Grund werden die zum Investmentfonds gehörenden Vermögensgegenstände bei der sogenannten Verwahrstelle verwahrt. Das Fondsvermögen kann sich je nach Art des Investmentfonds aus verschiedensten Vermögenswerten zusammensetzen (z. B. Wertpapieren, Geldmarktinstrumenten, Bankguthaben, Investmentanteilen und Derivaten).

Anleger können jederzeit durch den Erwerb von Investmentanteilscheinen über ein Kreditinstitut oder die Kapitalverwaltungsgesellschaft eine Mitberechtigung am Fondsvermögen erwerben. Die Kapitalverwaltungsgesellschaft kann jedoch unter gewissen Umständen die Ausgabe von Fondsanteilen vorübergehend beschränken, aussetzen oder endgültig einstellen. Die Liquidation der Investmentanteile kann auf zwei Arten erfolgen. Zum einen besteht grundsätzlich die Möglichkeit der Rückgabe der Investmentanteilscheine an die Kapitalverwaltungsgesellschaft zu dem offiziellen Rücknahmepreis. Zum anderen können die Investmentanteilscheine ggf. an einer Börse gehandelt werden. Sowohl im Falle des Erwerbs als auch der Liquidation von Investmentanteilscheinen können Drittkosten anfallen (z. B. Ausgabeaufschlag, Rücknahmeabschlag, Kommission).

Der Wert eines einzelnen Investmentanteilscheins berechnet sich nach dem Wert des Fondsvermögens geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Investmentanteilscheine. Der Wert des Fondsvermögens wird hierbei meist nach einem vorgegebenen Bewertungsverfahren ermittelt. Für börsengehandelte Investmentfonds steht zudem der fortlaufende Börsenhandel zur Preisfindung zur Verfügung.

Die wesentlichen Anlegerinformationen, der Verkaufsprospekt und die Anlagebedingungen geben Auskunft über die Anlagestrategie, die laufenden Kosten (Verwaltungsvergütung, Betriebskosten, Kosten der Verwahrstelle etc.) und sonstige wesentliche Informationen rund um den offenen Investmentfonds. Zudem sind die zu veröffentlichenden Halbjahres- und Jahresberichte eine wichtige Informationsquelle.

Ausländische Kapitalverwaltungsgesellschaften können rechtlich anders strukturiert sein als das deutsche Pendant. Falls diese ausländischen Kapitalverwaltungsgesellschaften offene Investmentfonds in Deutschland vertreiben, müssen sie jedoch bestimmte rechtliche Voraussetzungen erfüllen und unterliegen der Aufsicht deutscher Aufsichtsbehörden.

Die unterschiedlichen Arten von offenen Investmentfonds können nach folgenden Kriterien differenziert werden:

Zusammensetzung: Die Fondsvermögen kann sich aus verschiedenen Anlageklassen zusammensetzen (z. B. Aktien, verzinsliche Wertpapiere, Rohstoffe).

Geographischer Schwerpunkt: Offene Investmentfonds können sich entweder auf bestimmte Länder oder Regionen konzentrieren oder weltweit investieren.

Zeitlicher Anlagehorizont: Offene Investmentfonds können eine feste oder eine unbegrenzte Laufzeit haben.

Ertragsverwendung: Offene Investmentfonds können die Erträge regelmäßig ausschütten oder zur Mehrung des Fondsvermögens einsetzen (thesaurieren).

Währung: Die Preise der Investmentanteilscheine von offenen Investmentfonds können in Euro oder einer Fremdwährung angeboten werden.

Absicherung: Die Kapitalverwaltungsgesellschaft oder ein Dritter kann eine gewisse Wertentwicklung, gewisse Ausschüttungen oder einen gewissen Werterhalt garantieren.

Risiken von Anleihen und festverzinslichen Wertpapieren

Bonitäts-/Emittentenrisiko: Verzinsliche Wertpapiere (Anleihen) werden von Emittenten herausgegeben. Wenn die Kreditwürdigkeit (Bonität) des Emittenten sinkt oder der Emittent zahlungsunfähig wird, kann es zu einem Wertverlust oder einen Ausfall mit Blick auf die Kapitalanlage kommen. Dabei garantiert ein hohes Rating nicht die Kredit- bzw. Zahlungsfähigkeit des Emittenten – Bonitätsratings sind subjektiv.

Zinsänderungs-/Kursrisiko: Die Kursentwicklung einer Anleihe steht im Zusammenhang mit der Entwicklung des Marktzinsniveaus. Die Marktzinsentwicklung ist durch die staatliche Haushaltspolitik, Geldpolitik, die Inflation, die Konjunktur, das ausländische Zinsniveau und Wechselkurserwartungen beeinflusst. Die Auswirkung ist umso stärker, je länger die Restlaufzeit der Anleihe und je niedriger ihre Nominalverzinsung ist. Steigt das Marktzinsniveau, ist der Anleger einem Kursverlust ausgesetzt.

Risiken von Immobilien

Illiquidität: Investitionen in Immobilien stellen eine relativ illiquide Anlageform dar. Dies liegt in erster Linie an der hohen Individualität. Immobilien unterscheiden sich anhand vieler Faktoren (Lage, Nutzungsfläche, Größe, etc.) stark voneinander. Dies führt dazu, dass der Prozess von Bewertung, Verkauf & Übereignung im Vergleich zu anderen Anlageformen deutlich langwieriger ist. Investitionen in börsengehandelte REITs mindert die Illiquidität.

Ertragsrisiko: Der Erwerb von Immobilien ist eine kostspielige Investition, die durch den regelmäßigen Zufluss von Zahlungsströmen (z.B. Miete oder Pacht) langfristig amortisiert wird. Dabei entsteht das Risiko, dass Miet- oder Pachtzahlungen aufgrund einer beschränkten Nutzbarkeit zeitweise ausgesetzt werden oder ganz entfallen und damit die Anfangsinvestitionen nicht weiter amortisiert werden können.

Bewertungsrisiko: Aufgrund der hohen Individualität von Immobilien sind für eine Immobilienbewertung viele, unterschiedliche Einflussfaktoren entscheidend. Dies führt dazu, dass sich bei einer Immobilienbewertung viele Unwägbarkeiten ergeben können, die sich nur schwer abschätzen lassen. So kann es sogar vorkommen, dass unterschiedliche Gutachten zu unterschiedlichen Bewertungen führen.

Wertverlustrisiko: Ein Risiko, das von vielen Privatanlegern häufig unterschätzt wird. Ebenso wie andere Anlageformen können auch Immobilien an Wert verlieren. Dies kann sowohl individuelle als auch gesamtwirtschaftliche Gründe haben. So hängt der Preis einer Immobilie auch vom Immobilienmarkt als Ganzem ab. Trotz höherer Individualität und geringer Liquidität gibt es auch für Immobilien einen Markt, der in erster Linie das durchschnittliche Preisniveau von Immobilien mitbestimmt. Kommt dieser Markt unter Druck, kann es zu Wertverlusten kommen. Dies ist insbesondere dann ein Risiko, wenn noch ein Immobilienkredit offen ist und auf weitere Preisanstiege spekuliert wurde.

Risiken von Wertpapieren/Aktien

Insolvenzrisiko: Der Käufer einer Aktie ist Eigenkapitalgeber und damit Mitinhaber einer Aktiengesellschaft. Er beteiligt sich an der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft. Es besteht das unternehmerische Risiko, dass sich die Aktiengesellschaft wirtschaftlich anders entwickelt als erwartet und der Anleger das eingesetzte Kapital nicht zurückerhält. Im äußersten Falle, der Insolvenz des Unternehmens, kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrags kommen.

Kursänderungsrisiko: Aktienkurse weisen unvorhersehbare Schwankungen auf. Die Kursentwicklung wird durch die Marktentwicklung und die Ertragslage des Unternehmens beeinflusst. Kurz- und mittelfristig können sich die Einflüsse aktueller Ereignisse sowie der Wirtschafts-, Währungs- und Geldpolitik überlagern.

Dividendenrisiko: Bei niedrigen Gewinnen oder Verlusten der Aktiengesellschaft kann die Dividende gekürzt werden oder ganz ausfallen. Dividendenzahlungen in der Vergangenheit stellen keinen zuverlässigen Indikator für Dividendenerträge in der Zukunft dar.

Risiken von Rohstoffen

Kontrahentenrisiko: Wenn Rohstoffe über Derivate gehandelt werden, entstehen sogenannte Kontrahentenrisiken. Falls der Vertragspartner beispielsweise nicht in der Lage oder unwillig ist seinen Zahlungsverpflichtungen aus dem Derivatevertrag nachzukommen, können für den Anleger Verluste entstehen.

Kursrisiko: Sowohl direkte Investitionen als auch indirekte Investitionen über Derivate in Rohstoffe sind Preisrisiken ausgesetzt. Neben volkswirtschaftlichen Faktoren spielen aber auch politische und klimatische Faktoren für Rohstoffpreise eine entscheidende Rolle. Politische Konflikte, wie Kriege und auch Naturkatastrophen können die Verfügbarkeit und somit den Preis einzelner Rohstoffe maßgeblich negativ beeinflussen.

Risiken von ETFs

Replikationsrisiko (physische Nachbildung): Es kann zu Abweichungen zwischen dem Wert des zugrundeliegenden Index und des ETFs bzw. Indexfonds kommen. Neben Transaktionskosten im Zusammenhang mit der Indexzusammensetzung können auch der Zeitpunkt der Dividendenzahlung und die steuerliche Behandlung die Wertentwicklung negativ beeinflussen.

Kontrahentenrisiko (synthetische Nachbildung): Bei synthetisch replizierenden ETFs besteht das Risiko, dass der Swapkontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Dies kann zu Verlusten für den Anleger führen.

Risiko außerbörslicher Handel: Werden Geschäfte in ETFs oder den zugrundeliegenden Komponenten außerhalb der Handelszeiten durchgeführt, besteht das Risiko einer von dem zugrundeliegenden Index abweichenden Wertentwicklung. Dazu kann es kommen, wenn die ETFs und deren zugrundeliegenden Komponenten an mehreren Börsen mit unterschiedlichen Handelszeiten gehandelt werden.

Risiken von Fremdwährungen

Kapitalanlagen in Fremdwährung, zum Beispiel Japanischer Yen, Australischer Dollar, US Dollar oder Schweizer Franken) , bieten Anlegern eine Möglichkeit zur Diversifikation ihres Portfolios. Des Weiteren sind Investitionen u.a. in die vormals genannten Anlageklassen oftmals mit dem Eingehen von Fremdwährungsrisiken verbunden. Investiert ein deutscher Anleger beispielsweise direkt oder indirekt in amerikanische Aktien, so unterliegt seine Anlage nicht nur den Aktienrisiken, sondern ebenfalls dem Wechselkursrisiko zwischen Euro und US-Dollar, welches sich positiv oder negativ auf den Wert seiner Anlage auswirken kann.

Wechselkursrisiko: Wechselkurse verschiedener Währungen können sich im Laufe der Zeit ändern und es kann zu erheblichen Kursausschlägen kommen. Investiert ein europäischer Anleger beispielsweise in den amerikanischen Dollar oder in eine in US-Dollar notierte Aktie, wirkt sich eine Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro (d. h. Aufwertung des Euro) nachteilig auf seine Investition aus. Unter Umständen kann sogar eine positive Aktienkursentwicklung durch die US-Dollar Abschwächung überkompensiert werden.

Zinsänderungsrisiko: Ändern sich die Zinsen im Heimatmarkt oder im Markt der Fremdwährung, kann dies bedeutende Auswirkungen auf den Wechselkurs haben, da Veränderungen der Zinsniveaus mitunter große länderübergreifende Kapitalbewegungen auslösen können.

Regulatorische Risiken: Zentralbanken spielen bei der Preisbildung von Wechselkursen eine entscheidende Rolle. Neben den Geldmengen und Zinsen kontrollieren einige Zentralbanken auch die Wechselkurse. Sie intervenieren an den Märkten, sobald gewisse Schwellen erreicht werden indem sie die eigene Währung verkaufen oder kaufen oder sie koppeln den Wechselkurs ganz oder teilweise an eine Fremdwährung. Werden diese Strategien geändert oder aufgehoben, kann dies zu erheblichen Verwerfungen an den entsprechenden Devisenmärkten führen.

Risiken von CFDs

Für einen CFD muss der Anleger das zugrundeliegende Wertpapier nicht kaufen, sondern nur eine so genannte Margin hinterlegen. Die Höhe dieser Margin variiert von Broker/Bank zu Broker/Bank und bestimmt den Hebel. CFDs sind dabei Terminmarktprodukte, wie zum Beispiel Futures. Sie sind kaufbar (long) und verkaufbar (short), ohne dass der Anleger Positionen besitzen muss. Somit kann der Anleger auch an fallenden Kursen von Aktien, Indizes, Währungen und Rohstoffen partizipieren.

Risiko des Totalverlusts: Der Handel mit CFDs ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust Ihrer gesamten Kapitaleinlage führen. Möglicherweise gibt es Kontoarten, bei denen Verluste das eingesetzte Kapital übersteigen können. Der gehebelte Handel mit CFDs ist eventuell nicht für Sie geeignet!

Unkalkulierbare Verluste: Kunde und Bank haben wechselseitige Ansprüche auf Ausgleich der Differenz des Kurses des Basiswertes zu verschiedenen Zeitpunkten in Geld. Entscheidend ist hierbei der Kurs des Basiswertes bei Eröffnung der CFD-Position (durch Abschluss des Kontrakts) einerseits sowie im Zeitpunkt der Schließung der CFD-Position andererseits. Tritt die Markterwartung des Kunden nicht ein, so schuldet er bei Schließung der CFD-Position die Differenz zwischen dem bei Eröffnung zugrunde gelegten Kurs des Basiswertes und dem aktuellen Kurs des Basiswertes bei Schließung.

Hebelrisiken: Durch den Margin-Handel (Handel mit Hebel) wird ein erheblicher Teil der Position kreditfinanziert. Das Verlustrisiko kann den gesamten Kapitaleinsatz in Form des auf dem CFD-Konto für Zwecke des CFD-Handels bereitgehaltenen Guthabens umfassen. Es besteht also das Risiko eines Totalverlustes. Eine Zwangsglattstellung von CFD-Positionen bei nichtausreichendem Guthaben auf dem CFD-Konto nimmt der Kontoführer ausschließlich im eigenen Interesse vor; der Kunde kann aus der Möglichkeit einer Zwangsglattstellung keine Rechte ableiten. Beachten sie deshalb bitte, dass eventuelle Verluste bedeutend höher sein können, als die Mittel die eingesetzt worden sind.

Risiken bei Transaktionsaufträgen

Preisrisiko: Zwischen dem Zeitpunkt der Auftragserteilung und der tatsächlichen Ausführung über die Kapitalanlagegesellschaft oder über die Börse kann sich der maßgebliche Anteils(Wertpapier-)preis nachteilig verändern. Auch wenn Aufträge grundsätzlich schnell und zuverlässig ausgeführt werden, lassen sich Verzögerungen oder nachteilige Anteilspreisänderungen nach Auftragserteilung nicht vollständig ausschließen.

Risiko Kursaussetzung: In besonderen Situationen kann die Börse oder die Kapitalanlagegesellschaft die Preisfeststellung zeitweilig aussetzen, etwa um starke Kursausschläge zu verhindern oder weil bezüglich einzelner Vemögenswerte innerhalb des Invesmentfondsvermögens selbst keine Preise festgestellt werden können. An einer inländischen Börse wird in diesem Fall ein Kauf- oder Verkaufsauftrag nicht ausgeführt und erlischt. An einer ausländischen Börse gelten die jeweiligen Rechts- und Geschäftsbedingungen. Bei Transaktionsauftrag gegenüber der jeweiligen Kapitalanlagegesellschaft kann diese die Ausführung zurückstellen oder ganz verweigern.

Risiken des Ausführungsgeschäft

Beim reinen Ausführungsgeschäft (auch “Execution Only” genannt) wird die depotführende Bank lediglich auf Veranlassung des Kunden bei der Ausführung von Wertpapieraufträgen tätig. Eine Beratung und Prüfung der Angemessenheit findet nicht statt. Aufgrund der gesetzlichen Vorschriften dürfen reine Ausführungsgeschäfte nur für nicht-komplexe Finanzinstrumente (z. B. Aktien, Geldmarktinstrumente, Schuldverschreibungen oder Publikumsfonds) vorgenommen werden. Über die Ausführung erhält der Kunde eine Wertpapierabrechnung, welche die wesentlichen Ausführungsdaten enthält (insbesondere Art des Auftrags, Bezeichnung der Wertpapiere, Stückzahl / Nominalbetrag, Geschäftsgegenwert, Ausführungsort und -zeit, Ausführungskurs, Erfüllungstag).

Risiken des beratungsfreien Geschäfts

Ein beratungsfreies Geschäft liegt vor, wenn der Kunde eine Anlageentscheidung trifft, ohne dass ihm zuvor eine Anlageempfehlung einer Bank erteilt wurde. Die Explorationspflicht der Bank ist gegenüber der Anlageberatung oder der Finanzportfolioverwaltung erheblich reduziert. Im Gegensatz zum reinen Ausführungsgeschäft besteht jedoch zumindest eine eingeschränkte Explorationspflicht.

Risiken der Anlage- und Abschlussvermittlung

Bei einer Anlage- und Abschlussvermittlung findet keine Beratung des Kunden statt. Dem Kunden wird lediglich ein Finanzprodukt vermittelt. Eine Prüfung der Geeignetheit der Finanzanlage für den Kunden ist nicht erforderlich und findet somit nicht oder nur in geringem Maße statt. Bei der Vermittlung wird typischerweise ausschließlich oder vorwiegend das zu vermittelnde Finanzprodukt beworben. Dabei kann der Kunde fälschlicherweise den Eindruck erhalten, es handle sich um eine Anlageberatung. Die Vergütung bei einer Anlage- und Abschlussvermittlung findet meist über eine Rückvergütung vom Anbieter oder Emittenten des Finanzprodukts direkt an den Vermittler statt, zum Beispiel über eine im Finanzprodukt enthaltene Vermittlungsprovision oder ein vom Kunden zu zahlendes Aufgeld.

Risiken der Anlageberatung

Bei der Anlageberatung empfiehlt ein Anlageberater dem Kunden bestimmte Wertpapiere für den Kauf oder Verkauf. Der Berater ist verpflichtet, die Geeignetheit der empfohlenen Kapitalanlage für den Kunden unter Berücksichtigung der Anlageziele, finanziellen Situation, Risikoneigung sowie seiner Kenntnisse und Erfahrungen zu prüfen und in einem Beratungsprotokoll festzuhalten. Die Entscheidung, die Empfehlung des Beraters umzusetzen, muss der Kunde jedoch selbst treffen. Der Kunde muss für jede Transaktion selbst tätig werden und unter Umständen weiteren Rat einholen. Der Berater hat keine Pflicht, die Anlageempfehlung oder das Kundendepot laufend zu überprüfen.

Grundsätzlich gibt es zwei Vergütungsmodelle: die Honorar- und die Provisionsberatung. Die Vergütung beider Arten der Anlageberatung birgt ein Konfliktpotential. Bei der Honorarberatung wird die Beratungsdienstleistung dem Kunden meist auf Zeitbasis direkt in Rechnung gestellt. Hierdurch besteht für den Berater der Anreiz möglichst viele Beratungsstunden abzurechnen. Bei der Provisionsberatung wird die Dienstleistung dem Kunden nicht direkt in Rechnung gestellt, denn der Berater erhält eine Provision von seinem Arbeitgeber oder vom Anbieter des Anlageproduktes (z. B. von der Fondsgesellschaft oder dem Emittenten eines Zertifikats). Dies birgt das Risiko, dass dem Kunden nicht das für ihn am besten geeignete, sondern das für den Berater lukrativste Wertpapier angeboten wird.

Risiken der Vermögensverwaltung

Die Vermögensverwaltung unterscheidet sich grundlegend von der Anlageberatung oder -vermittlung. Der Vermögensverwalter erhält vom Kunden die Befugnis, Anlageentscheidungen im eigenen Ermessen vorzunehmen, wenn sie ihm für die Verwaltung des Kundenvermögens zweckmäßig erscheinen.

Er darf sich jedoch grundsätzlich kein Eigentum an den Vermögenswerten des Kunden verschaffen oder diese auf kundenfremde Depots oder Konten übertragen. Bei den Anlageentscheidungen muss der Vermögensverwalter zwar keine Weisungen des Kunden einholen, er ist jedoch an die vorher vereinbarten Anlegerichtlinien gebunden.

Außerdem ist die Vermögensverwaltung mit Risiken für die Vermögenssituation des Kunden verbunden. Obwohl der Vermögensverwalter dazu verpflichtet ist, stets im besten Interesse des Kunden zu handeln, kann es zu Fehlentscheidungen und sogar Fehlverhalten kommen. Der Vermögensverwalter kann keine Garantie für den Erfolg oder für die Vermeidung von Verlusten abgeben. Auch ohne Vorsatz oder Fahrlässigkeit können die vereinbarten Anlegerichtlinien durch Marktveränderungen verletzt werden.

Die Vermögensverwaltung bedarf der Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die BaFin prüft im Erlaubnisantrag unter anderem die Geeignetheit der Geschäftsleitung, sie billigt oder genehmigt jedoch ausdrücklich nicht die konkret angebotenen Dienstleistungen oder Produkte.

Als regulierte Finanzdienstleistungsinstitute gehören in Deutschland zugelassene Vermögensverwalter der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) an. Die EdW leistet eine Entschädigung, wenn ein Wertpapierhandelsunternehmen nicht mehr in der Lage ist, seine Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften gegenüber seinen Kunden zu erfüllen, und die BaFin den Entschädigungsfall festgestellt hat. Für diese Forderungen ist der Schutz auf 90 % der Forderungen begrenzt, maximal jedoch auf 20.000 Euro pro Anleger. Das Risiko der pflichtwidrigen Vermögensverwaltung oder des Vollmachtmissbrauchs durch den Vermögensverwalter ist durch den EdW jedoch nicht abgedeckt.

Totalverlustrisiko

Die zuvor beschriebenen Eigenschaften und Aspekte von Kapitalanlagen zeigen, dass bei jeder Vermögensanlage und jedem Investmentfonds sowohl Chancen als auch Risiken bestehen. Kein Investmentfonds ist demnach völlig sicher und kein Investmentfonds kann ein Totalverlustrisiko vollkommen ausschließen. Ein Totalverlustrisiko besteht folglich im Extremfall auch bei Investmentfonds, die in die Produktkategorie 1 (Risikoklasse 1 – geringes Risiko) eingeordnet werden können. Unter dem Risiko des Totalverlustes versteht man den vollständigen Verlust des investierten Kapitals zuzüglich der ggf. gezahlten Kosten und Steuern.